Fachgespräch

Zukunftsfähiger Denkmalschutz.

Konzepte und Herausforderungen

Am 23. Februar 2012 hat die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg zum Fachgespräch "Zukunftsfähiger Denkmalschutz. Konzepte und Herausforderungen" eingeladen. Etwa 80 Architekt/innen, Ingenieur/innen, Beschäftigte im Bereich Denkmalschutz und weitere Interessierte nahmen an dem Fachgespräch im Potsdamer Haus der Natur teil.

In Deutschland stehen drei Prozent aller Gebäude unter Denkmalschutz. Machen sie auf der einen Seite den Charakter und touristische Attraktivität einer Stadt oder Gemeinde aus, stellen die hohen Erhaltungs-, Instandsetzungs- und besonders Energiekosten finanziell hohe Anforderungen an Kommunen und private Haushalte. Eine Alternative und ein Lösungskonzept kann hier nur durch nachhaltige Bauweise und energieeffiziente Umrüstung entwickelt werden. Gegenwärtig werden Denkmalschutz und Klimaschutz jedoch oftmals gegeneinander ausgespielt, obwohl beide dasselbe Ziel verfolgen: den Erhalt von Gebäuden für die Zukunft. Energieeffizienz ist wesentlich für die Wirtschaftlichkeit einer Immobilie. Ausgaben für Energie betragen etwa die Hälfte der Kosten, die im Lebenszyklus einer Immobilie entstehen. Gerade Kommunen sind mit den laufenden Betriebskosten öffentlicher denkmalgeschützter Gebäude bei anhaltender Erhöhung der Energiepreise überfordert. Denkmalschutz muss demnach ein hohes Interesse an einer energetischen Ertüchtigung von Baudenkmälern haben.

Die nachhaltige Nutzung geschützter Gebäude umfasst somit neben den Kosten für Pflege und Reparatur auch die Herausforderung, alte geschützte Bestandteile mit neuen Anforderungen an Nutzung und Energieeffizienz zu verknüpfen. Dabei verlangt energetische Instandsetzung zum einen ein hohes Maß an fachlicher Qualifizierung, zum anderen aber auch viel Fingerspitzengefühl. Standardlösungen sind fehl am Platz, gefragt sind denkmalverträgliche Einzellösungen.

Bei dem Fachgespräch stellten Denkmalschützer/innen, Denkmalpfleger/innen und Bauexpert/innen umgesetzte Projekte und gesetzliche Anforderungen vor und diskutierten die Bedingungen eines zukunftsweisenden Denkmalschutzes. Es wurden weiterhin angesprochen, welchen rechtlichen und politischen Rahmen wir für eine nachhaltige Denkmalpflege brauchen, welche Potenziale die energetische Ertüchtigung denkmalgeschützter Gebäude birgt und wie sich energetische und klimatische Einsparziele bautechnisch nachhaltig umsetzen lassen.

Im Anschluss finden Sie das Programm des Fachgesprächs sowie einige der Vorträge.

Tagungsprogramm

Informationen zu den Referentinnen und Referenten

Vorträge

Einführung: Aktuelle Herausforderungen des Denkmalschutzes
Cornelia Behm, MdB, Bündnis 90 / Die Grünen

Wie nachhaltige Denkmalpflege betreiben?
Angus Fowler, DenkmalWacht Brandenburg-Berlin / BAUDID

Zukunft für Vergangenheit - Baukultur, Denkmalschutz und energetische Gebäudemodernisierung.
Dipl-Ing. Andreas Rieger, freiberuflicher Architekt

Möglichkeiten der energetischen Ertüchtigung im Baudenkmal
Dr. Ruth Klawun, Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum

Energetische Sanierung - Einsparpotenziale und denkmalverträgliche Konzepte
Dipl.-Ing. Felix Wellnitz, FH Potsdam, Fachbereich Bauingenieurwesen

Solaranlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden – Beispiele umgesetzter Projekte
Klaus Müller, BUSO Bund Solardach eG

Photovoltaikintegration in historischen und denkmalgeschützten Gebäuden
Dipl.-Ing Astrid Schneider, Architektin Solar Architecture

Sanieren mit ökologischen Baustoffen: Lehmbau in der Denkmalpflege
Dr.-Ing. Christof Ziegert, Ziegert und Seiler Ingenieure GmbH